Ratgeber

Wein kaufen: So lesen Sie das Etikett

Wer Wein kauft, findet viele Angaben auf dem Etikett. Diese Seite erklärt die wichtigsten Begriffe für deutschen Wein, ohne Weine oder Händler zu empfehlen. Grundlage ist das Weingesetz (WeinG), §§ 3, 19 und 20, abgerufen am 27.10.2026 auf gesetze-im-internet.de. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Für Wein aus anderen Ländern gelten teils andere Begriffe.

Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit
Rotweinflasche, Weinglas und Trauben auf einem dunklen Tisch

Die 13 Anbaugebiete

§ 3 Abs. 1 WeinG nennt die bestimmten Anbaugebiete, aus denen deutscher Qualitätswein und Prädikatswein stammen:

Ahr, Baden, Franken, Hessische Bergstraße, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Pfalz, Rheingau, Rheinhessen, Saale-Unstrut, Sachsen und Württemberg.

Die Angabe des Anbaugebiets zeigt, aus welcher Region die Trauben stammen.

Qualitätswein und Prüfnummer

Nach § 19 Abs. 1 WeinG darf im Inland abgefüllter Wein nur dann als Qualitätswein bezeichnet werden, wenn ihm auf Antrag eine amtliche Prüfungsnummer zugeteilt wurde. Achten Sie auf dem Etikett auf die Angabe der Prüfungsnummer. Die Nummer zeigt, dass der Wein die amtliche Qualitätsprüfung durchlaufen hat. Sie ist kein Urteil über Geschmack oder Preis.

Die Prädikate im Überblick

Prädikatswein ist nach § 20 WeinG eine eigene Stufe. Auch er braucht eine amtliche Prüfungsnummer. Das Gesetz nennt sechs Prädikate:

  • Kabinett: keine Anreicherung
  • Spätlese: vollreife Trauben aus später Lese
  • Auslese: vollreife oder edelfaule Trauben
  • Beerenauslese: edelfaule oder wenigstens überreife Beeren, Handlese vorgeschrieben
  • Trockenbeerenauslese: weitgehend eingeschrumpfte edelfaule Beeren, Handlese vorgeschrieben
  • Eiswein: Trauben bei Lese und Kelterung gefroren

Ein Prädikat beschreibt die Reife der Trauben bei der Lese. Es sagt nicht, ob ein Wein süß oder trocken ist. Das steht, falls angegeben, als Geschmacksangabe auf dem Etikett.

Weitere Angaben auf dem Etikett

Daneben finden Sie oft Rebsorte, Jahrgang, Alkoholgehalt, Nennvolumen und den Abfüller. Bei Rebsorte und Jahrgang gibt es genaue Vorgaben im Weinrecht, die hier nicht im Einzelnen dargestellt werden. Lesen Sie im Zweifel beim Erzeuger nach. Wein enthält Alkohol. Die Abgabe ist nach § 9 Jugendschutzgesetz an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht erlaubt.

Wo Sie Wein kaufen können

Wein gibt es beim Weingut, im Fachhandel, im Lebensmittelhandel und im Versand. Was beim Bestellen per Versand gilt, etwa zu Widerruf und Bruch, lesen Sie unter Weinversand. Gerichte für Gäste finden Sie bei unseren Rezepten.

Häufige Fragen

Wie viele Weinanbaugebiete gibt es in Deutschland?

Laut § 3 Abs. 1 Weingesetz 13 bestimmte Anbaugebiete, von Ahr bis Württemberg.

Was bedeutet die Prüfungsnummer auf dem Etikett?

Sie zeigt, dass der Wein amtlich geprüft wurde. Ohne sie darf Wein nach § 19 Weingesetz nicht als Qualitätswein bezeichnet werden.

Ist eine Spätlese immer süß?

Nein. Das Prädikat beschreibt laut § 20 Weingesetz die Reife der Trauben, nicht den Geschmack des fertigen Weins.

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