Ratgeber
Zöliakie: Erkrankung, Diagnose, Behandlung
Zöliakie ist eine dauerhafte Erkrankung, bei der Gluten den Dünndarm schädigt. Diese Seite stützt sich auf die Gesundheitsinformation des IQWiG „Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)“ (erstellt 14.12.2022, nächste Aktualisierung laut IQWiG für 2026 geplant) und auf die aktualisierte S2k-Leitlinie Zöliakie der DGVS (Stand Dezember 2021). Beide abgerufen am 27.10.2026. Die wichtigste Regel vorab: Erst testen lassen, dann die Ernährung umstellen.

Was bei Zöliakie passiert
Laut IQWiG ist Zöliakie eine Autoimmunerkrankung. Gluten, ein Eiweiß in Weizen, Roggen, Gerste und verwandten Getreiden, führt im Dünndarm zu einer chronischen Entzündung. Die Darmschleimhaut verändert sich, Nährstoffe werden schlechter aufgenommen. Zöliakie kann laut IQWiG in jedem Alter auftreten und bleibt dauerhaft bestehen. Ein älterer Name ist Sprue.
Häufigkeit und Risikogruppen
| Angabe | Wert laut IQWiG |
|---|---|
| nachgewiesene Zöliakie in Europa | etwa 1 bis 2 von 100 Menschen |
| genetische Veranlagung (HLA-DQ2 oder DQ8) in Deutschland | bei etwas mehr als 30 von 100 Menschen |
| davon erkranken | etwa 2 bis 3 von 100 |
| Verwandte ersten Grades von Betroffenen | etwa 10 bis 15 von 100 betroffen |
| Menschen mit Diabetes Typ 1 | bis zu 10 von 100 haben eine Zöliakie |
Das IQWiG nennt außerdem Hashimoto-Thyreoiditis und rheumatoide Arthritis als Erkrankungen mit erhöhtem Zöliakie-Risiko.
Diagnose nach Leitlinie
Die DGVS-Leitlinie (Empfehlung 2.2) verlangt, vor jeder Diagnostik zu erfragen, wie viel Gluten jemand isst. Wurde schon glutenfrei oder glutenarm gegessen, ist eine sichere Diagnose erst nach einer erneuten Glutenbelastung möglich. Laut IQWiG sind für aussagekräftige Ergebnisse etwa 10 g Gluten am Tag nötig.
Der Ablauf laut IQWiG und Leitlinie:
- Bluttest auf IgA-Antikörper gegen die Gewebstransglutaminase (tTG oder TG2), dazu die Bestimmung des Gesamt-IgA.
- Bei auffälligem Ergebnis meist eine Magenspiegelung mit Gewebeproben aus dem oberen Dünndarm.
- Bei Kindern und Jugendlichen kann laut IQWiG auf die Gewebeprobe verzichtet werden, wenn die TG2-Antikörper zehnfach über dem oberen Grenzwert liegen.
Blut-Schnelltests werden laut Leitlinie (Empfehlung 2.11) nicht empfohlen. Stuhl- und Speicheltests auf Antikörper sollen nicht verwendet werden. Ein Gentest kann laut IQWiG eine Zöliakie ausschließen, aber nicht nachweisen. Erste Anlaufstelle ist laut IQWiG die Hausarztpraxis, bei Kindern die Kinderarztpraxis.
Behandlung
Die wichtigste Behandlung ist laut IQWiG eine dauerhaft glutenfreie Ernährung, bei der auch kleinste Mengen gemieden werden. Das BZfE (Stand 29.10.2025) nennt den lebenslangen Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel die einzige Therapie. Verdauungsbeschwerden verschwinden meist, das kann aber einige Wochen bis Monate dauern. Bis sich die Antikörper im Blut normalisieren, vergehen laut IQWiG etwa 6 Monate bis 2 oder 3 Jahre. Wie der Alltag gelingt, beschreibt die Seite glutenfreie Ernährung.
Unbehandelt kann Zöliakie laut IQWiG zu Mangelerscheinungen, Blutarmut, Osteoporose und bei Kindern zu Wachstumsstörungen führen. Typische Beschwerden finden Sie unter Zöliakie: Symptome. Die Abgrenzung zu Weizenallergie und Weizensensitivität steht unter Glutenunverträglichkeit.
Diese Seite ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder durch eine Ernährungsfachkraft.
Häufige Fragen
Ist Zöliakie heilbar?
Nein. Laut IQWiG bleibt sie dauerhaft bestehen, ist aber mit glutenfreier Ernährung gut behandelbar.
Muss ich für den Test Gluten essen?
Ja. Laut DGVS-Leitlinie ist eine sichere Diagnose nur bei ausreichender Glutenzufuhr möglich, laut IQWiG etwa 10 g am Tag.
Sollten sich Angehörige testen lassen?
Laut IQWiG sind Verwandte ersten Grades zu etwa 10 bis 15 Prozent betroffen; eine Untersuchung wird empfohlen. Sprechen Sie Ihre Arztpraxis darauf an.
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