Ratgeber
Zöliakie: Symptome bei Erwachsenen und Kindern
Die Zöliakie zeigt sich sehr unterschiedlich, manchmal auch gar nicht. Diese Seite beschreibt die Beschwerden nach der Gesundheitsinformation des IQWiG „Symptome der Zöliakie“ (erstellt 14.12.2022) und nennt das Vorgehen bei Verdacht laut S2k-Leitlinie Zöliakie der DGVS (Stand Dezember 2021). Beide abgerufen am 27.10.2026. Symptome sind ein Grund für die ärztliche Abklärung, keine Diagnose.

Symptome bei Erwachsenen
Laut IQWiG sind diese Beschwerden häufig:
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Bauchschmerzen, Blähungen, Unwohlsein oder Übelkeit
- anhaltender Durchfall, voluminöser fettglänzender Stuhl oder Verstopfung
- sichtbar vorgewölbter Bauch
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
- Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit und Depressionen
Das IQWiG nennt außerdem Beschwerden, die das Nervensystem oder die Schilddrüse betreffen, Schwindel und Bewegungsstörungen sowie eine beeinträchtigte Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern.
Symptome bei Kindern
| Alter | Mögliche Zeichen laut IQWiG |
|---|---|
| Säuglinge mit Beikost und Kleinkinder | Erbrechen, Appetitlosigkeit, Weinerlichkeit, Muskelschwäche, Verlust erlernter Bewegungsfähigkeiten, Blässe, mangelnde Gewichtszunahme |
| ältere Kinder | Bauchschmerzen, Durchfall, Probleme mit dem Zahnschmelz, Hautausschläge, Ängstlichkeit, Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen |
| Kinder und Jugendliche | Wachstumsstörungen |
Wenn Ihnen solche Zeichen bei Ihrem Kind auffallen, wenden Sie sich an die Kinderarztpraxis. Stellen Sie die Ernährung des Kindes nicht auf eigene Faust um.
Hautform
Bei einer seltenen Form, der Dermatitis herpetiformis Duhring, zeigt sich die Zöliakie laut IQWiG auf der Haut: Gruppen von Bläschen, Rötungen, Ekzeme oder Quaddeln, die meist brennen und jucken. Betroffen sind häufig Ellenbogen, Knie, Kopfhaut, Stirn und Rumpf.
Zöliakie ohne Beschwerden
Laut IQWiG kann eine Zöliakie bestehen, ohne dass sie sich bemerkbar macht. Die Entzündung im Dünndarm ist trotzdem vorhanden und kann zu einem Mangel an Nährstoffen wie Eisen, Kalzium oder Vitamin D führen. Deshalb soll Personen mit erhöhtem Risiko laut DGVS-Leitlinie (Empfehlung 1.2) eine Antikörperbestimmung angeboten werden. Zu den Risikogruppen zählt das IQWiG etwa Verwandte ersten Grades von Betroffenen.
Erst testen, dann umstellen
Wer Beschwerden hat und Gluten auf Verdacht weglässt, erschwert die Diagnose. Die DGVS-Leitlinie (Empfehlung 2.2) hält fest: Wurde bereits glutenfrei oder glutenarm gegessen, ist eine sichere Diagnose erst nach erneuter Glutenzufuhr möglich. Laut Leitlinie sollen Betroffene bis zur Untersuchung an mindestens 1 bis 2, besser 3 bis 4 Mahlzeiten am Tag glutenhaltige Lebensmittel wie Brot, Backwaren oder Nudeln essen.
Den Ablauf von Bluttest und Gewebeprobe beschreibt die Seite Zöliakie. Beschwerden ohne Zöliakie können auch auf eine Weizensensitivität hinweisen, siehe Glutenunverträglichkeit: Symptome. Ähnliche Bauchbeschwerden kommen auch bei anderen Unverträglichkeiten vor, etwa bei Laktoseintoleranz.
Diese Seite ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder durch eine Ernährungsfachkraft.
Häufige Fragen
Kann man Zöliakie ohne Symptome haben?
Ja. Laut IQWiG kann sie ohne spürbare Beschwerden bestehen und trotzdem den Dünndarm entzünden.
Welche Symptome zeigen Kinder mit Zöliakie?
Laut IQWiG unter anderem Bauchschmerzen, Durchfall, mangelnde Gewichtszunahme und Wachstumsstörungen; Ansprechpartner ist die Kinderarztpraxis.
Kann Zöliakie die Haut betreffen?
Ja. Die seltene Dermatitis herpetiformis Duhring zeigt sich laut IQWiG mit juckenden Bläschen und Rötungen.
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