Ratgeber

Glutenfreie Ernährung im Alltag

Bei ärztlich gesicherter Zöliakie ist eine dauerhaft glutenfreie Ernährung die einzige Behandlung. Diese Seite fasst praktische Hinweise aus der Gesundheitsinformation des IQWiG („Glutenfreie Ernährung“ und „Leben und Alltag mit Zöliakie“, erstellt 14.12.2022), der S2k-Leitlinie Zöliakie der DGVS (Stand Dezember 2021) und den Alltagstipps der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG) zusammen. Alle abgerufen am 27.10.2026. Die Umstellung beginnt erst nach der Diagnose, nicht vorher.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Frisch gebackenes Brot auf einem Holzbrett

Wie wenig Gluten schon zählt

Laut DGVS-Leitlinie (Kommentar zu Empfehlung 4.11) liegt die noch tolerierbare Menge bei Erwachsenen unter 10 mg Gluten am Tag. Das entspricht laut Leitlinie etwa 10 Brotkrümeln oder einem Drittel eines Brotcroutons. Einige Betroffene haben schon bei diesen Mengen Beschwerden. Deshalb geht es im Alltag um Zutaten und ebenso um Krümel und Mehlstaub.

Küche und Vorrat

Die DZG und das IQWiG nennen diese Maßnahmen:

Bereich Hinweis
Lagerung glutenfreie Lebensmittel getrennt, oberhalb glutenhaltiger Waren und dicht verschlossen aufbewahren (DZG)
Geräte eigener Toaster; Handmixer und Toaster gelten als schwer zu reinigen (IQWiG, DZG)
Nudeln getrennte Töpfe und Kochlöffel (DZG)
Backen Backformen kennzeichnen oder mit Backpapier auslegen, Ofen vorher reinigen (DZG)
Arbeitsfläche gründlich reinigen, Ritzen auf Krümel prüfen (IQWiG, DZG)
Aufstriche eigene Löffel und Schneidebretter (IQWiG)
Frittieren Fett, in dem Paniertes gebacken wurde, ist für glutenfreie Pommes ungeeignet (DZG)

Laut DGVS-Leitlinie reichte gründliches Waschen gemeinsam genutzter Küchengeräte in einer Untersuchung aus, um Gluten aus glutenfreien Speisen fernzuhalten.

Einkaufen

Prüfen Sie das Zutatenverzeichnis. Glutenhaltiges Getreide muss dort hervorgehoben sein, siehe Allergenkennzeichnung. Mehl und Mehlprodukte sollten laut DZG das Symbol der durchgestrichenen Ähre tragen, als glutenfrei gekennzeichnet sein oder in der DZG-Aufstellung stehen. Welche Grundnahrungsmittel von Natur aus kein Gluten enthalten, zeigt die Seite glutenfreie Lebensmittel.

Essen außer Haus

Laut IQWiG bieten immer mehr Gaststätten glutenfreie Gerichte an. Bei Gerichten mit dem Hinweis glutenfrei fragen Sie trotzdem nach, wie sie zubereitet werden. Den Zöliakie-Pass, den Sie nach der Diagnose erhalten, können Sie im Restaurant vorzeigen. Die DZG nennt typische Fallen, etwa Spätzlewasser im Kartoffelsalat oder Hafergrütze im Grünkohl. Lokale in Ihrer Nähe finden Sie im Restaurant-Finder. Wie Sie dort nach Allergenen fragen, beschreibt die Seite Essen gehen mit Unverträglichkeit.

Ausgewogen bleiben

Glutenfreie Fertigprodukte haben laut IQWiG oft mehr Kalorien und weniger Ballaststoffe. Bei streng glutenfreier Kost kann es laut IQWiG zu Mängeln an Vitamin B12, Folsäure, Eisen, Zink, Magnesium und Kalzium kommen. Eine Ernährungstherapie nach der Diagnose ist laut IQWiG meist sinnvoll. Für Kinder in Kita und Schule empfiehlt das IQWiG, den Speiseplan mit der Küche abzustimmen.

Diese Seite ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder durch eine Ernährungsfachkraft.

Häufige Fragen

Wie viel Gluten ist bei Zöliakie zu viel?

Laut DGVS-Leitlinie liegt die noch tolerierbare Menge bei Erwachsenen unter 10 mg Gluten am Tag.

Brauche ich einen eigenen Toaster?

Die DZG empfiehlt einen separaten Toaster; das IQWiG nennt wiederverwendbare Toastbeutel als Alternative.

Soll ich ohne Diagnose glutenfrei essen?

Nein. Laut DGVS-Leitlinie ist eine sichere Diagnose nach Beginn der glutenfreien Kost erst nach erneuter Glutenzufuhr möglich.

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