Ratgeber

Glutenfreie Lebensmittel im Überblick

Viele Grundnahrungsmittel enthalten von Natur aus kein Gluten. Diese Übersicht folgt der Gesundheitsinformation des IQWiG „Glutenfreie Ernährung“ (erstellt 14.12.2022), dem „Getreide-ABC: Gluten“ des BZfE (Stand 11.12.2024) und den Alltagstipps der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG, dzg-online.de). Alle abgerufen am 27.10.2026. Für Menschen mit Zöliakie ist neben der Zutat auch die Verunreinigung entscheidend.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Frisch gebackenes Brot auf einem Holzbrett

Von Natur aus glutenfrei

Gruppe Beispiele laut IQWiG
Getreide Hirse und Teff, Mais, Reis und Wildreis
Pseudogetreide Amaranth, Buchweizen, Quinoa
Knollen und Stärke Kartoffeln und Kartoffelstärke, Maniok und Tapioka
Hülsenfrüchte und Samen Hülsenfrüchte, Soja, Lupinen, Nüsse, Leinsamen, Chiasamen, Hanf
weitere Erdmandeln, Esskastanien, Kochbananen, Kokosnüsse
unverarbeitete Lebensmittel Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Obst, Gemüse

Die Angabe „unverarbeitet“ ist wichtig. Auch Fruchtjoghurt, Getränke oder Schokolade können laut IQWiG Gluten enthalten. Prüfen Sie bei verarbeiteten Produkten immer das Zutatenverzeichnis.

Getreide mit Gluten

Laut IQWiG und BZfE enthalten diese Getreide Gluten: Weizen (Hart- und Weichweizen, Khorasan-Weizen), Dinkel und Grünkern, Emmer, Einkorn, Triticale, Roggen und Gerste. Handelsüblicher Hafer gilt laut IQWiG ebenfalls als zu meiden, wenn er nicht als glutenfrei gekennzeichnet ist. Warum das so ist, erklärt die Seite Gluten.

Worauf beim Einkauf achten

Ein von Natur aus glutenfreies Getreide kann bei Anbau, Transport oder Verarbeitung mit Gluten in Berührung kommen. Die DZG gibt dazu diese Hinweise:

  • Mehl und Mehlprodukte nur mit Symbol der durchgestrichenen Ähre, mit der Angabe „glutenfrei“ oder aus der DZG-Aufstellung kaufen.
  • Pseudogetreide und Körner möglichst als ganze Körner kaufen und vor dem Gebrauch verlesen.
  • Buchweizen gilt als besonders anfällig für Verunreinigung.

Die S2k-Leitlinie Zöliakie der DGVS (Stand Dezember 2021, Empfehlung 4.7) empfiehlt bei Getreide, Pseudogetreide und Hülsenfrüchten ebenfalls nur Produkte mit Symbol, mit der Aufschrift „glutenfrei“ oder aus der DZG-Aufstellung. Was die Angabe genau bedeutet, steht unter glutenfrei.

Unbedenkliche Zutaten aus Getreide

Einige Zutaten aus glutenhaltigem Getreide gelten laut IQWiG als unbedenklich: Glukosesirup auf Weizen- oder Gerstenbasis, Dextrose und Maltodextrin auf Weizenbasis sowie Getreide für Destillate wie Ethylalkohol. Diese Ausnahmen stehen auch in Anhang II der Lebensmittelinformationsverordnung (EU) Nr. 1169/2011. Manche Hersteller nennen trotzdem das Ausgangsgetreide, was laut IQWiG verunsichern kann.

Glutenfreie Spezialprodukte

Glutenfreie Brote und Fertigprodukte haben laut IQWiG oft mehr Kalorien und weniger Ballaststoffe als die üblichen Varianten. Das BZfE (Stand 05.06.2024) nennt höhere Fett- und Zuckergehalte bei glutenfreien Fertigbroten. Wie sich der Alltag mit Zöliakie organisieren lässt, beschreibt die Seite glutenfreie Ernährung.

Wer ohne ärztliche Diagnose auf Gluten verzichten möchte, sollte das vorher abklären lassen. Laut DGVS-Leitlinie (Empfehlung 2.2) ist eine sichere Diagnose der Zöliakie nach begonnener glutenfreier Kost erst nach erneuter Glutenzufuhr möglich.

Diese Seite ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder durch eine Ernährungsfachkraft.

Häufige Fragen

Ist Reis glutenfrei?

Ja. Reis und Wildreis sind laut IQWiG von Natur aus glutenfrei.

Sind Kartoffeln glutenfrei?

Ja, Kartoffeln und Kartoffelstärke sind laut IQWiG glutenfrei; bei Fertigprodukten aus Kartoffeln zählt das Zutatenverzeichnis.

Ist Maltodextrin aus Weizen erlaubt?

Laut IQWiG gilt Maltodextrin auf Weizenbasis als unbedenklich, die LMIV nimmt es von der Allergenkennzeichnung aus.

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