Ratgeber

Milchallergie: Reaktion auf Milcheiweiß

Eine Milchallergie und eine Laktoseintoleranz werden oft verwechselt, haben aber verschiedene Ursachen und Folgen. Diese Seite stützt sich auf die Gesundheitsinformationen „Nahrungsmittelallergie“ und „Nahrungsmittelallergie: Diagnose und Behandlung“ (aktualisiert 12.07.2023) sowie „Laktoseintoleranz“ (aktualisiert 06.11.2024) des IQWiG auf gesundheitsinformation.de und auf die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 auf eur-lex. Alle Quellen abgerufen am 27.10.2026.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Milch in einem Glas und einem Krug auf einem Holztisch

Allergie und Intoleranz im Vergleich

Milchallergie Laktoseintoleranz
Auslöser Eiweiß der Milch Milchzucker
Was passiert Das Immunsystem reagiert auf eigentlich harmlose Eiweiße, als wären sie Fremdkörper. Zu wenig Laktase, der Milchzucker wird nicht gespalten.
Menge Reaktion schon auf winzige Mengen bestimmte Mengen werden vertragen
Laktosefreie Produkte keine Lösung, enthalten Milcheiweiß oft gut verträglich

Quelle für alle Angaben: gesundheitsinformation.de. Mehr zur Intoleranz unter Laktoseintoleranz.

Wer betroffen ist

Etwa 4 Prozent der Bevölkerung haben laut gesundheitsinformation.de eine Nahrungsmittelallergie. Sie kann in jedem Lebensalter erstmals auftreten. Kuhmilch zählt neben Hühnerei, Soja und Weizen zu den typischen Auslösern. Bei Kindern gehören Allergien gegen Kuhmilch zu den häufigsten. Bei Kindern mit Milcheiweißallergie klingen die Beschwerden laut gesundheitsinformation.de allerdings oft nach wenigen Jahren ab.

Mögliche Beschwerden

Laut gesundheitsinformation.de treten Reaktionen am häufigsten an Mund, Rachen und Haut auf, etwa Juckreiz, Schwellungen oder Quaddeln. Dazu können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sowie Husten oder pfeifende Atmung kommen. Bei einer schweren allergischen Reaktion mit Atemnot, Blutdruckabfall oder Bewusstlosigkeit soll sofort der Notruf 112 gewählt werden.

Diagnose beim Arzt

Verfahren Ablauf laut gesundheitsinformation.de
Hauttest Eine Lösung mit Nahrungsmitteleiweiß wird auf die leicht angeritzte Haut gegeben. Bei Säuglingen und Kleinkindern wird darauf verzichtet.
Bluttest prüft, ob der Körper Antikörper, meist IgE, gegen ein Nahrungsmittel gebildet hat
Provokationstest kleine Mengen des verdächtigen Lebensmittels unter ärztlicher Beobachtung, je nach Risiko in Praxis oder Klinik

Um eine Nahrungsmittelallergie nachzuweisen, ist laut gesundheitsinformation.de meist ein Provokationstest nötig. Bei Kindern werden Allergietests regelmäßig wiederholt, bei Milchallergie in kürzeren Abständen, weil sie sich häufiger nach wenigen Jahren zurückbildet. Bei Säuglingen und Kindern ist die Kinderarztpraxis die erste Anlaufstelle. Für Säuglinge gibt es laut gesundheitsinformation.de allergenarme Spezialnahrung. Sojamilch wird für Kinder unter einem Jahr nicht empfohlen.

Milch meiden und Kennzeichnung lesen

Die wichtigste Behandlung ist laut gesundheitsinformation.de, auf das auslösende Lebensmittel zu verzichten. Eine Ernährungsberatung kann helfen, Milch zu erkennen und zu ersetzen. Wer ärztlich ein Notfallset verordnet bekommen hat, sollte die Anwendung dort erklären lassen.

Die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 führt in Anhang II „Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse (einschließlich Laktose)“. Nach Artikel 21 muss Milch in der Zutatenliste hervorgehoben werden. Bei loser Ware und im Restaurant müssen Betriebe laut gesundheitsinformation.de ebenfalls über Allergene informieren. Welche Namen Milchbestandteile in der Zutatenliste tragen, steht unter Milchzucker.

Diese Seite ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder durch eine Ernährungsfachkraft.

Häufige Fragen

Ist eine Milchallergie dasselbe wie eine Laktoseintoleranz?

Nein. Bei der Allergie reagiert das Immunsystem auf Milcheiweiß, bei der Intoleranz fehlt das Enzym Laktase.

Dürfen Milchallergiker laktosefreie Milch trinken?

Nein. Laktosefreie Milch enthält weiterhin Milcheiweiß.

Wächst sich eine Milchallergie bei Kindern aus?

Laut gesundheitsinformation.de klingen die Beschwerden bei Kindern oft nach wenigen Jahren ab. Ob das zutrifft, prüft die Kinderarztpraxis mit wiederholten Tests.

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