Ratgeber

Pizza online bestellen: Ihre Rechte im Überblick

Wer Pizza über eine Website oder App bestellt, schließt einen Vertrag im Fernabsatz. Für Speisen gelten dabei Ausnahmen, die Sie kennen sollten. Grundlage sind §§ 312g, 355 und 437 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), abgerufen am 27.10.2026 auf gesetze-im-internet.de. Diese Seite ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Frau nimmt an der Tür eine Pizza vom Lieferboten entgegen

Kein Widerruf bei Speisen

Bei vielen Online-Käufen haben Verbraucher ein Widerrufsrecht, die Frist beträgt nach § 355 Abs. 2 BGB 14 Tage. § 312g Abs. 2 BGB nennt jedoch Ausnahmen, von denen bei einer Pizzabestellung gleich mehrere passen können:

Vorschrift Ausnahme laut Gesetz Bezug zur Pizza
§ 312g Abs. 2 Nr. 1 Waren, die nicht vorgefertigt sind und nach Auswahl des Verbrauchers hergestellt werden Pizza mit Ihren Wunschzutaten
§ 312g Abs. 2 Nr. 2 Waren, die schnell verderben können frisch zubereitete Speisen
§ 312g Abs. 2 Nr. 9 Lieferung von Speisen und Getränken, wenn der Vertrag einen spezifischen Termin oder Zeitraum vorsieht Lieferung zu einer bestimmten Uhrzeit

Ein Fehlgriff beim Bestellen lässt sich deshalb meist nur auf Kulanz rückgängig machen. Rufen Sie sofort bei der Pizzeria an, wenn Sie etwas ändern wollen. Je früher, desto eher ist die Pizza noch nicht im Ofen.

Bezahlen

Online-Bestellungen lassen sich je nach Betrieb vorab bezahlen oder bei Übergabe. Prüfen Sie vor dem Absenden:

  • welche Zahlungsarten angeboten werden
  • ob der Gesamtbetrag Liefergebühr und Extras enthält
  • ob Trinkgeld online oder bar vorgesehen ist
  • ob Sie eine Rechnung oder Quittung bekommen

Bezahlen Sie nur über die Seite oder App, auf der Sie auch bestellt haben. Geben Sie Zahlungsdaten nicht per E-Mail oder Telefon an Unbekannte weiter.

Falsche, fehlende oder kalte Lieferung

Kein Widerrufsrecht heißt nicht, dass Sie keine Rechte haben. Ist die gelieferte Ware mangelhaft, gelten die gesetzlichen Mängelrechte. Nach § 437 BGB können Sie in diesem Fall Nacherfüllung verlangen, also eine richtige Lieferung. Unter weiteren Voraussetzungen kommen Rücktritt, Minderung oder Schadensersatz in Betracht.

So gehen Sie vor:

  1. Lieferung sofort prüfen, solange der Fahrer noch da ist
  2. Fehler fotografieren, etwa falsche Pizza oder fehlende Getränke
  3. umgehend beim Betrieb oder der Plattform melden, am besten schriftlich
  4. Bestellbestätigung aufbewahren

Ob eine verspätete Lieferung ein Mangel ist, hängt vom Einzelfall und den Vereinbarungen ab.

Allergene auch online

Auch online müssen Betriebe für nicht vorverpackte Speisen die allergenen Zutaten angeben, laut § 4 Abs. 3 der Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung (LMIDV) etwa über elektronische Informationen. Fehlt die Angabe, fragen Sie vor der Bestellung nach. Beschwerden nach dem Essen lassen Sie ärztlich abklären.

Pizzeria finden

Pizzerien an Ihrem Ort zeigt der Restaurant-Finder, auf Basis von OpenStreetMap. Wie Sie Telefon, Website und App vergleichen, lesen Sie unter Pizza bestellen. Wie Lieferdienste allgemein arbeiten, steht unter Lieferservice.

Häufige Fragen

Kann ich eine online bestellte Pizza widerrufen?

In der Regel nein. § 312g Abs. 2 BGB schließt schnell verderbliche und nach Wunsch hergestellte Waren vom Widerruf aus.

Was tun, wenn die falsche Pizza kommt?

Sofort melden und fotografieren. Nach § 437 BGB können Sie zuerst Nacherfüllung verlangen.

Muss ich online vorab bezahlen?

Das legt der Betrieb fest. Viele bieten auch Zahlung bei Übergabe an.

Weiterlesen