Ratgeber

Histaminfreie Lebensmittel: Gehalte und Listen

Im Internet kursieren viele Listen mit histaminfreien oder histaminarmen Lebensmitteln. Die Fachgesellschaften sehen solche Listen kritisch. Diese Seite erklärt warum, gestützt auf die Leitlinie der DGAKI und weiterer Fachgesellschaften zum Vorgehen bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin (Allergologie select, veröffentlicht 05.10.2021), den Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP) der DGE und weiterer Fachgesellschaften (2019) und das BZfE (Seite „Fisch und Meeresfrüchte: Gesundheit und Umwelt“, Stand 23.03.2026). Alle abgerufen am 27.10.2026.

Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit
Frau liest im Supermarkt die Nährwertangaben auf einer Verpackung

Gibt es histaminfreie Lebensmittel?

Die Fachquellen verwenden den Begriff histaminfrei nicht. Laut LEKuP unterliegt der Histamingehalt je nach Reifegrad, Lagerdauer und Verarbeitung starken Schwankungen, auch bei gleicher Sorte. Ein Lebensmittel ist also nicht immer gleich histaminreich oder histaminarm.

Einflussfaktoren auf den Gehalt

Faktor Bedeutung laut Quelle
Reifegrad beeinflusst den Gehalt (LEKuP)
Lagerdauer beeinflusst den Gehalt (LEKuP)
Verarbeitung bestimmte Verarbeitungsprozesse verändern den Gehalt (LEKuP)
Kühlung in geöffneten, zu warm gelagerten Konserven kann sich viel Histamin bilden (BZfE)

Wie stark die Werte schwanken können, zeigt die DGAKI-Leitlinie: Für Emmentaler werden Gehalte von unter 0,1 bis 2.000 mg/kg genannt, für geräucherte Makrele unter 0,1 bis 1.788 mg/kg.

Was die Leitlinie zu Listen sagt

Die DGAKI-Leitlinie enthält bewusst keine Lebensmittellisten. Eine Einteilung nach Histamingehalt hält sie für nicht sinnvoll. Sie kritisiert außerdem, dass manche Verbotslisten Lebensmittel ohne relevanten Histamingehalt enthalten, als Beispiel nennt sie Hefe. Die oft genannten „Histaminliberatoren“, also Lebensmittel, die im Körper Histamin freisetzen sollen, sind laut Leitlinie nicht belegt.

Eine histaminarme Kost wird laut LEKuP nicht empfohlen. Stattdessen sollen individuell relevante histaminhaltige Lebensmittel gemieden werden, unter Berücksichtigung äußerer Einflüsse wie Medikamente.

Wie Sie Ihre Auswahl finden

Statt einer festen Liste beschreibt die DGAKI-Leitlinie ein Vorgehen in drei Phasen: eine kurze Karenz, eine Testphase mit gezielter Wiedereinführung und eine individuelle Dauerernährung. Dabei zeigt sich, welche Lebensmittel in welcher Menge Beschwerden machen. Ein Ernährungs- und Symptomtagebuch hilft dabei. Am besten planen Sie die Phasen mit einer Ernährungsfachkraft. Details stehen unter Histaminunverträglichkeit.

Unabhängig von der Unverträglichkeit gilt: Frisch einkaufen, gut kühlen und Reste zügig verbrauchen. Wie Histamin in Lebensmitteln entsteht, erklärt die Seite Histamin. Die Bewertung des Krankheitsbilds durch die Leitlinie steht unter Histaminintoleranz.

Diese Seite ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder durch eine Ernährungsfachkraft.

Häufige Fragen

Gibt es eine verlässliche Liste histaminfreier Lebensmittel?

Nein. Die DGAKI-Leitlinie enthält keine Listen und hält eine Einteilung nach Histamingehalt für nicht sinnvoll.

Warum steht Hefe auf manchen Listen?

Laut DGAKI-Leitlinie betreffen manche Verbote Lebensmittel ohne relevanten Histamingehalt, als Beispiel nennt sie Hefe.

Ist frischer Fisch histaminarm?

Frische und Kühlung senken das Risiko hoher Gehalte; laut BZfE entsteht viel Histamin vor allem in verdorbenem oder zu warm gelagertem Fisch.

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