Ratgeber

Laktosefreie Produkte im Supermarkt

Laktosefreie Milch, Joghurts und Käse stehen inzwischen in vielen Kühlregalen. Diese Seite erklärt, was hinter der Angabe steckt. Grundlage sind die Seite „Milch: Vom Einkauf in die Küche“ des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE, Stand 29.06.2026), die Gesundheitsinformationen „Einkaufen bei Laktoseintoleranz“ und „Ernährung bei Laktoseintoleranz“ des IQWiG (gesundheitsinformation.de, aktualisiert 06.11.2024) und der Bundeslebensmittelschlüssel BLS 4.0 des Max Rubner-Instituts. Alle Quellen abgerufen am 27.10.2026.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Milch in einem Glas und einem Krug auf einem Holztisch

Was „laktosefrei“ bedeutet

Milch und andere Milchprodukte dürfen laut BZfE als „laktosefrei“ bezeichnet werden, wenn sie höchstens 0,1 g Laktose je 100 g enthalten. Auf dem Etikett steht dann laut BZfE die Angabe „Laktosegehalt: unter 0,1 g/100 g“. Gesetzlich geregelt sind die Begriffe „laktosefrei“ und „laktosearm“ laut gesundheitsinformation.de bisher nicht.

Angabe Bedeutung laut Quelle
laktosefrei höchstens 0,1 g Laktose je 100 g (BZfE, gesundheitsinformation.de)
laktosearm nicht gesetzlich geregelt (gesundheitsinformation.de)
Milch fett gedruckt in der Zutatenliste Allergenkennzeichnung nach EU-Verordnung, sagt nichts über die Laktosemenge

Wie laktosefreie Milch entsteht

In der Molkerei wird laktosefreier Milch laut BZfE das Enzym Laktase zugesetzt. Es spaltet den Milchzucker in seine beiden Bestandteile Glukose und Galaktose, so wie es sonst die Laktase im Dünndarm tut. Die Milch schmeckt laut BZfE leicht süßlich, weil die Einzelbestandteile süßer sind als der Milchzucker selbst.

Der Vergleich im BLS 4.0, je 100 g:

Vollmilch 3,5 % Fett Vollmilch 3,5 % Fett, laktosefrei
Energie 62 kcal 62 kcal
Eiweiß 3,6 g 3,6 g
Laktose 3,9 g 0,05 g
Glukose unter der Nachweisgrenze 2,1 g
Calcium 117 mg 117 mg

Energie, Eiweiß und Calcium bleiben gleich. Der Zucker ist noch da, nur in gespaltener Form.

Brauche ich laktosefreie Produkte?

Laut gesundheitsinformation.de vertragen die meisten Menschen mit Laktoseintoleranz bis zu 12 g Laktose auf einmal, das sind etwa 250 ml Milch. Laktosefreie Milch ist laut gesundheitsinformation.de teurer als normale Kuhmilch. In einer Übersichtsstudie, die gesundheitsinformation.de zitiert, hatten Menschen nach laktosearmer Milch nicht weniger Beschwerden als nach herkömmlicher Milch.

Viele Lebensmittel sind zudem von Natur aus laktosefrei, etwa die meisten Hartkäse, Butterschmalz oder Hafer- und Sojadrinks. Weil der Begriff nicht geschützt ist, tragen manche dieser Produkte den Aufdruck „laktosefrei“ laut gesundheitsinformation.de aus Werbegründen. Gleichwertige Produkte ohne Aufdruck sind manchmal günstiger. Eine Übersicht steht unter laktosefreie Lebensmittel.

Für wen laktosefrei nicht reicht

Laktosefreie Milchprodukte enthalten weiterhin Milcheiweiß. Für Menschen mit einer Milchallergie sind sie deshalb kein Ersatz. Ob Sie überhaupt Milchzucker meiden müssen, sollten Sie vorher ärztlich abklären. Einen Überblick über Ursachen und Formen gibt die Seite Laktoseintoleranz.

Diese Seite ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder durch eine Ernährungsfachkraft.

Häufige Fragen

Ab wann darf ein Milchprodukt laktosefrei heißen?

Laut BZfE bei höchstens 0,1 g Laktose je 100 g.

Warum schmeckt laktosefreie Milch süßer?

Die Laktose ist in Glukose und Galaktose gespalten. Diese schmecken laut BZfE süßer als Milchzucker.

Ist laktosefreie Milch für Milchallergiker geeignet?

Nein. Sie enthält weiterhin Milcheiweiß, auf das Allergiker reagieren.

Weiterlesen