Ratgeber

Trennkost: Konzept und Einordnung

Bei der Trennkost sollen eiweißreiche und kohlenhydratreiche Lebensmittel nicht in derselben Mahlzeit gegessen werden. Diese Seite beschreibt das Konzept und seine Bewertung. Quellen sind der Beitrag „Von Stoffwechsel-Diäten bis Trennkost“ der Verbraucherzentralen (Stand 10.02.2022) und die Bewertung der Schlank-im-Schlaf-Diät durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE, nach DGEinfo 3/2018), beide abgerufen am 27.10.2026.

Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit
Frisches Gemüse liegt auf einem Küchentisch

Woher die Trennkost kommt

Die Trennkost geht laut Verbraucherzentrale auf den amerikanischen Arzt Howard Hay zurück. Seine Theorien stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Hay sah in einer Übersäuerung des Körpers durch eine ungeeignete Lebensmittelauswahl die Ursache verschiedener Krankheiten, auch des Übergewichts.

Das Prinzip

Merkmal Beschreibung laut Verbraucherzentrale
Grundregel eiweißreiche und kohlenhydratreiche Lebensmittel getrennt essen
Begründung im Konzept Verdauungsorgane sollen nicht überlastet werden
Ausrichtung laktovegetarisch: pflanzliche Lebensmittel und Milchprodukte, wenig Fleisch
Obst und Gemüse reichlich
Abgeleitete Diäten unter anderem „Fit for Life“

Welche Lebensmittel das Konzept welcher Gruppe zuordnet, zeigt die Trennkost-Tabelle.

Wie Fachleute das Konzept bewerten

Die Verbraucherzentralen halten Hays Erklärungen mit dem heutigen Wissen für unhaltbar. Sämtliche Verdauungsvorgänge laufen parallel ab. Selbst Muttermilch enthält Eiweiß und Kohlenhydrate.

Die DGE kommt in ihrer Bewertung einer Diät mit festen Kombinationsregeln zu einem ähnlichen Schluss: Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht gibt es keinen Grund, Kohlenhydrate und Proteine getrennt voneinander aufzunehmen. Die Bauchspeicheldrüse stellt Verdauungsenzyme für alle energieliefernden Nährstoffe bereit.

Was die Verbraucherzentrale positiv sieht und was nicht

  • Positiv: die Empfehlung, reichlich Gemüse und Obst zu essen.
  • Gewichtsabnahme: Sie liegt laut Verbraucherzentrale nicht an der Trennung, sondern daran, dass mehr kalorienarmes Gemüse und Obst gegessen wird und man sich bewusster ernährt.
  • Nährstoffe: Getreide wie Brot kommt zu kurz, ebenso Seefisch als Jodquelle und Käse als Calciumquelle.
  • Alltag: Die dauerhafte Trennung erfordert große Disziplin, ein grundsätzlich anderes Essverhalten wird dabei nicht trainiert.

Einordnung

Für Heilwirkungen der Trennkost gibt es in den genannten Quellen keinen Beleg. Wer sich ausgewogen ernähren möchte, findet in den DGE-Empfehlungen einen Rahmen ohne Kombinationsverbote, zusammengefasst unter Ernährung. Ein Beispiel für die Woche zeigt der Ernährungsplan. Wer wegen Beschwerden oder einer Erkrankung über eine Ernährungsumstellung nachdenkt, sollte das ärztlich abklären.

Diese Seite ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder durch eine Ernährungsfachkraft.

Häufige Fragen

Wer hat die Trennkost erfunden?

Laut Verbraucherzentrale der amerikanische Arzt Howard Hay im frühen 20. Jahrhundert.

Ist es sinnvoll, Eiweiß und Kohlenhydrate zu trennen?

Laut DGE gibt es aus ernährungswissenschaftlicher Sicht keinen Grund dafür.

Warum nehmen manche mit Trennkost ab?

Laut Verbraucherzentrale, weil mehr Gemüse und Obst gegessen und bewusster gegessen wird, nicht wegen der Trennung.

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